Klettersport und Höhenangst

Der Klettersport gehört zu den schönsten und forderndsten Sportarten, ist ein ideales Workout für den ganzen Körper, schult Konzentration, Kraft und Koordination. Doch für viele bleibt das Klettern eine Mischung aus Traum und Trauma, denn eine lähmende Höhenangst hält sie davon ab, wirklich in die Höhe zu steigen.
Dabei gibt es einige Mittel, die Höhenangst auszutricksen und trotzdem klettern zu gehen.

Schwindel und Vertigo

Höhenangst kann sich beim Klettern ganz unterschiedlich äußern. Von leichter Übelkeit und Unwohlsein bis hin zu schweißnassen Händen – alles gute Gründe, sich nicht an einer Steilwand in Gefahr zu bringen.
Wer jedoch einfach nur die körperliche Herausforderung des Kletterns sucht, für den ist das Bouldern ideal. Beim Bouldern werden anspruchsvolle Routen geklettert, jedoch zumeist in der horizontalen Ebene. Die Felswände sind selten höher als drei Meter und Weichstoffmatten federn den Fall ab. Technisch ist das höchst anspruchsvoll, Überhänge und komplizierte Griffe können ohne Druck und Gefahr trainiert werden und die gesamte Körperschule des Kletterns vereint sich im Bouldern. Auch die Einstiegshürde ist gering, denn außer Kletterschuhen wird keine weitere Ausrüstung benötigt.

Hoch hinaus trotz Höhenangst

Wer höhere Wände erklimmen möchte, dem sei die Toprope-Sicherung ans Herz gelegt. Im Gegensatz zum Vorstieg gibt es beim Toprope keine ungesicherten Passagen. Wie der Name schon sagt, wird beim Toprope das Seil an der höchsten Stelle des Aufstiegs befestigt. In den meisten Kletterhallen gibt es die Topropes bereits an den Wänden vorbefestigt.
Der Kletternde bleibt stets eingehängt und wird über den ganzen Aufstieg gesichert, entweder von einem Partner oder in den ersten Stunden vom Kletterlehrer. Reichen Kraft und Kondition einmal nicht mehr, wird die Sicherung geschlossen und der Kletternde kann sich einfach in das Seil setzen. Toprope ist die sicherste Art des Kletterns und selbst in den Bergen gibt es Routen und Klettertouren, auf denen zunächst einmal Topropes befestigt werden. Mit einer sicheren Ausrüstung und Partnern, denen man vertraut (gerade die Vertrauensfrage ist wichtig, um die Höhenangst zu minimieren), ist das Toprope-Klettern auch für Angstgeplagte zumindest einen Versuch wert.

Ängste überwinden und nutzen

Was die Höhenangst zu einer der schlimmsten Phobien macht, ist der durchaus rationale Hintergrund. Die Angst vor Höhen ist ein Schutzmechanismus des Körpers, Stürze sind nun einmal schädlich.
Beim Klettern kann die Angst auch produktiv kanalisiert werden, vielleicht sogar ein Stück weit überwunden. Schon Goethe konfrontierte sich mit Höhen, um seine Höhenangst zu überwinden. Und was wäre eine bessere Konfrontationstherapie als die sichere Umgebung am Kletterseil?


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