Mentales Training für mehr Erfolg

Klettern vermag es einem wie kaum eine andere Sportart das Risiko ständig vor Augen zu führen. Die Verletzungsgefahr ist enorm hoch. Angst, Erfolgsdruck oder Verbissenheit beim Klettern sind daraus resultierende typische Leistungshemmer. Auf die Fähigkeit eine Route zu meistern haben sowohl physische, emotionale als auch mentale Aspekte Einfluss. Diesen Umstand macht sich das mentale Klettertraining zu Nutze. Mentales Klettertraining ersetzt negative Denkmuster durch Strategien, die das eigene Können stark beeinflussen. Hintergrund des mentalen Trainings ist die Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Dieses verarbeitet äußere Reize der Sinneswahrnehmung in elektrische Impulse. Das Mentale Training trickst das Gehirn in gewisser Weise aus, indem es positive Situationsverläufe des Kletterns immer und immer wieder zum Thema macht. Diese positiven Erfahrungen, ob sie nun tatsächlich praktisch umgesetzt wurden oder nur in der Theorie stattgefunden haben, werden im Gehirn gespeichert und wirken angst- und stressreduzierend. Wichtig ist, dass beim mentalen Training ausschließlich positive Geschehen behandelt werden, es sollte nicht über mögliche Unfallgefahren o. ä. Spekuliert werden.
Damit das Training greifen kann, muss der Körper entspannt sein. Entspannungsübungen zu Beginn der Trainingseinheit ermöglichen eine bessere Empfangsbereitschaft der nachfolgenden Lehren.
Ziel des mentalen Trainings ist sowohl die Vermittlung von angst- und stressbewältigenden Strategien als auch zum Umgang mit sich selbst und der gezielten Fokussierung und gesteigerten Konzentrationsfähigkeit.

Scheitern fängt im Kopf an

Durch eine negative Grundeinstellung oder eine verbissene Herangehensweise entstehen Blockaden im Kopf, die sich auf die körperliche Umsetzung überträgt. Verbittertes vor Augen halten von vorherigen falsch gesetzten Schritten oder das allgemeine Nachdenken über Misserfolg kann in diesen Höhen sogar lebensgefährlich werden, besonders dann, wenn das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten nicht ausreicht. Wer entmutigt mit dem Aufstieg beginnt oder an sich zweifelt, scheitert eher.

Nützliche Strategien

Mentales Training bietet Alternativen, die anstelle von Zweifel und Angst kognitiv angewandt werden können.
Eine bewährte Methode sich optimal auf die kommende Route vorzubereiten, ist das Visualisieren. Schwerpunkte können bereits vorab theoretisch analysiert werden, sodass in der Durchführung das Greifen und Antreten nicht ganz spontan passiert. Die Route ist quasi schon einmal komplett im Kopf durchgegangen worden. Die dabei entwickelten Lösungsmuster ersparen Überraschungen und vermeiden Stress im Vornherein.
Auch das Üben von Stürzen und das Vermeiden von Verletzungen ist essentiell. Durch das mehrmalige durchspielen diverser möglicher Situationen, wird die Angst geringer und das Gehirn nimmt diesbezüglich positive Reize auf, die es im Ernstfall abruft.

Grundlegend beim Klettern ist die Konzentrationsfähigkeit, vor allem das fokussieren der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Aktivität. Um die punktuelle Konzentration zu fördern, sind sowohl mentales Training als auch Entspannungstechniken erfolgsversprechend. Mit der erworbenen Fähigkeit die Aufmerksamkeit zu lenken, können störende Quellen von außen einfacher ausgeblendet werden. Denn Ablenkung kann sowohl gefährlich sein, als auch das Hochgefühl trüben. Zu guter Letzt gehört zum Gelingen das Selbstvertrauen, das Einschätzungsvermögen die eigene Leistungsfähigkeit betreffend und auch die uneingeschränkte Verlässlichkeit des Partners. Wer sich dessen sicher ist, kann entspannt und mit Aussicht auf der Erfolg den Aufstieg beginnen!

Mentales Training ist also neben der körperlichen Fitness dazu in der Lage, den Sportler optimal auf die bevorstehende Herausforderung vorzubereiten.


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