Lagorai – Die schönsten Wandertouren

Lagorai – ein Name, der einem beim Aussprechen direkt auf der Zunge zergeht. Und der Name hält, was er verspricht. Lagorai, so nennt sich die Bergkette, die sich in Mitten der Dolomiten, genauer gesagt in den Fleimstaler Alpen, massiv über mehrere hundert Quadratkilometer, südlich des bekannten Wintersportortes Predazzo erstreckt.
Entstanden ist das Lagorei durch vulkanische Aktivitäten bereits vor mehr als 300 Millionen Jahren. Dies verleiht der gesamten Landschaft auch heute noch einen ganz besonderen Charme, wodurch das Gebiet für Wanderer sehr interessant ist.

Die Felswände, welche sich links und rechts der zahlreichen Wanderrouten erstrecken sind nicht wie vielerorts einfach nur Grau, nein, hier, im Lagorai erscheinen sie in rötlichen, grünen oder tief schwarzen Tönen.
Wanderer sind sich größtenteils einig, die italienischen Alpen sind, wenn dann nur an ganz selten Stellen einmal, schöner als in der Langorai. Begeben Sie sich einmal auf eine Tagestour, kann es sein, dass Sie den ganzen Tag keine Menschenseele, aber dafür unendlich viel schöne Natur zu sehen bekommen. Die Wege führen durch lieblich herb duftende Nadelwälder, hin zu stillen, glasklaren Seen in Mitten der Berge, welche sich mit ihren Gipfeln von über 2000 Meter wie Giganten um einen herum befinden.

Die beste Jahreszeit für Wanderungen in der Lagorai ist das Frühjahr oder der Herbst. Im Hochsommer kann es oftmals zu heiß werden. Allerdings muss man auch hier differenzieren. So kann es zum Beispiel für eine der zahlreichen Touren auf den Berg Col di San Giovanni ratsam sein, diese während der Rhododendron-Blüte von Ende Juni bis Juli zu begehen um atemberaubende Bilder einzufangen.
Der Col di San Giovanni eignet sich, gemeinsam mit dem Schwesterngipfel des Col delle Giasene, für eine angenehme Tagestour, bei der Sie insgesamt neun Kilometer Fußweg und 800 Meter Höhendifferenz zurückzulegen haben. Diese zwei Berge bieten seinen Besteigern traumhafte Ausblicke, der Preis dafür sind allerdings anspruchsvolle Pfade, sodass diese Tour nur mit richtiger Wanderausrüstung angegangen werden sollte.
Die Wanderung startet an der Ponte Conseria auf 1468 Metern, von wo es auf ausgeschilderten Wegen Richtung Gipfel geht. Eingekehrt werden kann nach zirka 400 Höhenmetern in der Malga Conseria, wo für alle Wanderer kühle Getränke und auch Snacks bereitstehen.

Falls Ihnen die neun Stunden der Gipfeltour des San Giovanni und des Col delle Giasene zu lang sind, oder ihre Fitness diese Strecke einfach nicht mit macht, Sie aber dennoch schöne Einblicke in die Lagorai erhalten wollen, können Sie sich stattdessen auf eine Rundwanderung zur Malga Caldenave begeben. Der Weg zur abgelegenen Berghütte beansprucht in etwa 3-4 Stunden ihrer Zeit und geht über 8 Kilometer und 450 Höhenmeter. Hier sind alle Wege sehr gut ausgeschildert und gut ausgebaut, so dass diese Tour sich auch für Einsteiger eignet und keine Besonderen Vorkenntnisse verlangt.

Sie haben nach dem Weg zur Hütte Caldenave noch genügend Power und sind so richtig auf den Geschmack der überwältigenden Landschaft der Lagorai gekommen? Versuchen Sie es am nächsten Tag doch einmal mit der Wanderung über den Monte Favort.
Aber Achtung der Gipfel liegt auf über 2500 Metern und insgesamt geht die Route über 16 Kilometer, sodass Sie früh aufstehen sollten. Vergessen Sie morgens aber ihr Lunchpaket nicht. Unterwegs gibt es auf keinem der 1200 Höhenmeter, welche überwunden werden müssen, eine Einkehrmöglichkeit.
Wenn Sie einen atemberaubenden Ausblick von einem der höchsten Gipfel der Bergkette über die Dolomiten oder die Fleimstaler Alpen genießen wollen, sollten Sie diesen Weg gehen. Starten tut das Ganze am Parkplatz des Skigebietes Panarotta nördlich von Vetrilio Terme.

Sie haben immer noch nicht genug vom Wandern oder wollen einfach einmal länger als nur einen Tag unterwegs und lieben das Trekking mit Rucksack? Dann wäre die dreitägige Tour, beginnend an der Malga Sorazza im Tal Val Malene, der Alta Via del Granito wahrscheinlich eher was für Sie. Der Name lässt schon erahnen, worum es in etwa geht. Granit werden Wanderer die mit offenen Augen durch die Landschaft gehen immer und immer wieder sehen. Die zackenförmigen Granitspitzen begleiten einen bei Schritt und Tritt und ergeben bizarre aber schöne Formen, die besonders bei verschiedenen Lichteinfällen tolle Schatten werfen.
Diese Wanderung sollte nur mit sorgfältig gewählter und kompletter Ausrüstung bestritten werden und fordert von allen, die sie machen wollen eine gute Ausdauer und körperliche Fitness. Insgesamt werden 2100 Höhenmeter auf einer Strecke von 21 Kilometern überwunden. Diese Höhe lässt erahnen, dass es hoch hinaus geht. Wanderer sollten schwindelfrei und trittsicher sein, da auch kurze Klettereinheiten auf dem Programm stehen. Für weniger Abenteuerlustige können diese, am Socedepass, auch auf gut ausgebauten Wanderwegen umgehen.
Sie sollten diese Strecke nur gehen, wenn Sie sich wirklich sicher sind und fit fühlen, da ein vorzeitiger Abstieg vor erreichen der Ziele kaum bis nicht möglich ist.

Sollte sich das dann doch zu hart anhören, ist vielleicht eine Wanderung am Manghen-Pass etwas für Sie. Diese Wanderung dauert zwar ’nur‘ 6-7 Stunden ist aber trotzdem etwas unwegsam und die Wege sind nicht so gut befestigt wie an anderen Stellen der Langorai. Die Landschaft rund um den Manghen-Pass führt Sie durch eine einsame ruhige, aber sehenswerte Landschaft hin zu kristallklaren stillen Bergseen, die zu einer Pause geradezu einladen. Proviant muss allerdings eingepackt werden, da es auf den zehn Kilometern Wegstrecke keine Einkehrmöglichkeit gibt.
Für Historiker oder Kulturfreunde bietet der Weg zur Forcella del Frate ein unvergessliches Bild der Vergangenheit. Ruinen alter militärischer Stellungen aus dem ersten Weltkrieg zieren die Wegränder.

Wer einmal den höchsten Berg der Lagorai-Bergkette, den Cima di Cece (2754 m), besteigen möchte, kann sich von der Malga Valmaggiore aus auf den Weg machen. Diese Tour dauert in etwa 9 Stunden und bietet phantastische Ausblicke über die gesamte Region bis hin zum Weißhorn und dem Kesselkogel.
Der Weg führt teilweise über sehr unwegsames Gelände und sollte daher nur mit normaler Wanderausrüstung bestritten werden. Außerdem fordert der Berg seinen Besteigern einiges an Kraft ab, was eine gute körperliche Verfassung voraussetzt.


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