Wandern in den Trollheimen – Infos & Routeplanung

Wer sie einmal gesehen hat, möchte meistens nicht mehr zurück. Die Rede ist von der Berglandschaft zwischen den schönen Fjorden im Westen und den Städten Nordmore im Norden und Orkdal im Osten von Mittelnorwegen, welche nicht nur bei Einheimischen besser als ‚das Land der Trolle‘ bekannt ist. Dies spiegelt sich auch bei im Namen, der ‚Trollheimen‘ wider.
Das gesamte Bergmassiv beinhaltet viele verschiedene Vegetationen und eine große Auswahl an verschiedenen Bergtypen. Im Westen haben sich die Berge in alpiner Form mit typischen Berggipfeln und Schluchten ausgebildet, während die im Osten gelegenen Berge weniger steil und eher abgerundet erscheinen. Grund hierfür sind uralte Gletscher, die weite Täler und runde Formen in den Gesteinen hinterlassen haben. Auch wundervolle Seen kann man hier finden.

Insgesamt besteht das Massiv aus mehreren Gipfeln über 1600 Meter. Die höchsten hiervon sind im Südwesten Trolla (1850 m), Dronningkrona (1816 m), im Südosten Krakvastind (1700 m) und Trollhetta (1616 m) und Snota (1668 m) im Nordöstlichen Teil.
Überall auf den Wegen zu diesen Gipfeln, und natürlich auf diesen, bieten sich unzählbar viele schöne Aussichtspunkte. Von hier bieten sich herrliche Aussichten über nahe gelegene Schluchten, Täler und Berge und bei gutem Wetter auch über weitere Teile der Trollheimen.

Alles in allem ist das, bereits seit mehr als 9000 Jahren besiedelte Land (das haben Funde menschlich erzeugter Überreste belegt) sehr gut durch eine Vielzahl von Wanderwegen und Unterkünften erschlossen. Hier begehen Sie Wege, wie schon unsere Vorfahren diese vor mehreren hundert Jahren begangen haben und sehen eine Flora und Fauna, die sich seit mehreren Jahrzehnten bewährt haben.
In den Trollheimen ist es möglich, die Natur hautnah zu erleben. Neben unzähligen Felsformationen und Bächen zeigen sich auch immer wieder kleine Wasserfälle und verschiedenste Vegetationen.
Des Weiteren durchbricht der Fluss Orkla die grüne Fläche, welcher zu den lachsreichsten Gewässern des Landes zählt.
Auf einer der zahlreichen Bergwanderungen können gewaltig erscheinende Felswände, die im Schatten der Gebirgsbäche emporsteigen hautnah erkunden und auch einmal einen Gletscher mit eigenen Augen sehen.
Mit etwas Glück können Sie in den Trollheimen auch Elche und Rentiere in freier Wildbahn beobachten.

In Reiseführern findet man häufig Innerdalen, wenn man nach der schönsten Stelle der Trollheimen such. Dies liegt an der unschlagbar schönen Natur, die sich einem jeden Besucher bietet. Das Tal liegt wie im Schlaf zwischen den Wache stehenden Berggipfeln ringsherum. Einzig und allein der 1.394 Meter hohe Berg Innerdalstårnet bricht aus dieser Umgebung hervor und wirkt wie eine Kirchturmspitze – erschaffen von Mutter Natur.
Wanderer werden hier von kleineren Bächen in Empfang genommen, die wild von den angrenzenden Bergen ins Tal stürzen und sich in kristallklaren Flüssen zusammen finden.

Für Wanderbegeisterte sind die Trollheimen daher also genau der richtige Ort für den nächsten Urlaub. Generell ist Norwegen ein schöner Anlaufpunkt für Naturbegeisterte. Dies liegt vor allem daran, dass auch die Norweger selbst total verliebt in die Natur sind. Daher ist es kaum verwunderlich, dass der DNT („Den Norske Turistforening“), also der norwegische Wanderverein, mit 210 000 Mitgliedern einer der größten der Welt ist. Dieser Verein ist auch der Grund, dass das Wandern in den Trollheimen so viel Spaß macht. Er betreibt über die ansässige Ortsgruppe markierte Wanderwege und eine große Anzahl Hütten die nie mehr als eine Tagesetappe auseinander liegen. Vereinzelt kommt es vor, dass diese sogar ganzjährig bewirtet werden. Größtenteils sind es aber Selbstbedienerhütten oder überhaupt nicht mit Essen ausgestattet.
Für begeisterte Wanderer in Norwegen kann es sich sogar lohnen, über eine Mitgliedschaft nachzudenken, da diese einem oft einen Rabatt bei Übernachtungen und Essen gewährt.

Eine sehr beliebte Wanderroute bei Outdoor-Begeisterten ist das so genannte trollheimer Dreieck zwischen den drei bewirtschafteten Hütten Gjevilvasshytta, Jøldalshytta und Trollheimshytta in welche man optional noch eine Gipfelbesteigung des Gipfels des Snotas (1668 Meter) einschließen kann. Diese Tour ist das ganze Jahr über durchführbar und für jeden begeisterten Wanderer ab zirka 12 Jahren geeignet. Anzumerken bleibt allerdings, dass es, gerade im Winter, zu sehr viel Schnee kommen kann, so dass eventuell dafür vorgesehene Ausrüstung getragen werden sollte.

Von wo man diese Wanderung im Dreieck startet, ist eigentlich egal.
Startet man diese beispielsweise in Gjevilvasshytta, sollte man diese Hütte am besten schon am Nachmittag des Vortages erreichen, damit man mit den ersten Sonnenstrahlen die Wanderung starten kann. Dies gilt allerdings auch für alle anderen Startpunkte. Hier heißt es: „der frühe Vogel fängt den Wurm“.

wandern in norwegenAm ersten Tag beginnt die Tour mit der Ankunft am Gjevilvasshytta. Erreichbar ist Gjevilvasshytta ganz einfach per Zug ins benachbarte Oppdal und von dort mit dem Bus bis zum Festa. Ab hier beginnt die Wanderung über einen alten Viehweg zur ersten Hütte. Der Weg ist eine der am besten markiertesten Routen in den Trollheimen und führt über Mellomfjel zur Hütte, welche das Nachtlager sein soll. Dieser Weg nimmt etwa acht Stunden in Anspruch und führt auch am Blåhø vorbei. Der höchste Punkt wird allerdings am Riaren erreicht, von wo man einen ersten wunderbaren Einblick in die Landschaft der Trollheimen bekommt. Die letzte Etappe des Tages ist ein steiler Weg runter zum ersten Nachtlager.

Auch am zweiten morgen sollte es früh losgehen, da auch hier acht Stunden Wanderung voller schöner Erfahrungen und Landschaftsbilder vor den Wanderern liegen. Auf dem Programm steht die Gipfelbesteigung des Snota – eine der schönsten im ganzen Lande. Der Weg führt durch einen großen Kiefernwald und allein dieser Anblick lässt den anstrengenden Marsch vergessen, so dass man überlegen könnte, ob man hier einen extra Tag einschiebt.
Sollten Sie sich dagegen entscheiden, geht es am dritten Tag weiter gen Jøldalshytta. Hierhin führen streng genommen drei Wege aus denen man wählen kann. Jede der drei Routen ist gut beschildert und hat seine ganz eigenen Höhepunkte. Entscheidend ist hier die körperliche Fitness und das Wetter. Der längste Weg führt über die drei Gipfel des Trollhetta und dauert zirka 9 Stunden, während die anderen beiden Wege kürzer sind und in etwa 5–6 Stunden ihrer Zeit in Anspruch nehmen.

Der vierte Tag ist der, an dem sich das Dreieck schließlich wieder schließt. Die Tour zurück zum Gjevilvasshytta dauert 6-7 Stunden und ist ein abenteuerlicher Weg durch den östlichen, sanfteren Teil der Trollheimen.
Der letzte Teil dieser kleinen Reise hat es noch einmal in sich. Dem Wanderer ergeben sich Bilder, die auch direkt dem Bilderbuch entsprungen sein könnten. Die üppige Vegetation unter Tyrikvamfjellet und durch die wunderschön kulturelle Landschaft von Gjevilvassdalen ist ein schönes Finale.
Für begeisterte Jäger der Gipfel bietet sich ein kleiner Abstecher zu den nahe gelegenen Gipfeln Svarthetta und Svarthamran an, bevor man pünktlich zum Abendessen wieder auf der bewirteten Hütte ist und die letzten Sonnenstrahlen genießen kann.


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2 Antworten zu “Wandern in den Trollheimen – Infos & Routeplanung”

  1. Dezember 10, 2013 at 9:05 am #

    Das sieht ja aus wie bei Skyrim xD Aber sehr guter und ausführlicher Artikel!

    Liebe Grüße
    Jochen

    • Francesco Ciotti
      Dezember 11, 2013 at 12:22 pm #

      Danke Jochen! 🙂

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