Wildromantisch und reich an Genüssen

Von weit her kommen ausgefuchste Genießer ins abgelegene Mairatal, um die überbordende Auswahl hausgemachter Antipasti im Restaurant des Ceaglio im Chalet Ruà zu genießen, deren Küche von der anspruchsvollen Gourmet-Redaktion der „Repubblica“ als stratosphärisch gewürdigt wurde. Als Verdauungsspaziergang empfiehlt sich ein Ausflug in die Umgebung, die von Überbleibseln vergangener Kulturen nur so strotzt. Eindrucksvolle Fresken in verlassenen Kirchen, überwucherte Mauerreste, umgebaute Bauernhäuser prägen das Bild.

Wer richtig wandern will, kann sich mit Fug und Recht dem Rundwanderweg anvertrauen, um einen Überblick über das große Ganze zu gewinnen, das fast vergessen scheint, nur knapp 100 km von Turin entfernt. Eine urwüchsige Natur mit steinigen Wegen und zahlreichen Findlingen, idyllischen Bachläufen und wildromantischer Gegend erwartet Besucher, die sich hierher verirren. Brüchige Viadukte und einsame Fichten säumen den Weg, die Natur ist auf dem besten Weg, sich die Kulturlandschaft zurückzuerobern. Die ganze Gegend ist ein Paradies für Wanderer, die ihrer Entdeckerlust ungestört Raum geben wollen. Man kann sich auch führen lassen, den seltenen Schmetterlingsarten jedoch auch auf eigene Faust zu Leibe rücken.

Rund um die Pyramide des Monviso geht es mit immerwährendem Panoramablick auf 2.000 und mehr Höhenmetern stundenlang auf dem Marmora-Höhenweg mit Ausdauer und der nötigen Trittfestigkeit voran. Weniger anstrengend, aber nicht frei von Herausforderungen, ist der Ausflug zum Bergsee Lago Nero, der Anblick der spiegelglatten Oberfläche überwältigend. Ein paar Geröllstrecken und steile Wiesenhänge sind unterwegs schon zu bezwingen. Gebirgig und streckenweise dicht bewaldet ist der Aufstieg zum Ostgipfel des Rocca Corna, üppig die Vegetation in abgeschiedenen Tälern entlang den Ufern des Bergbachs Bedale Intersile. Zerfallende Berghütten rahmen den Blick auf schneebedeckte Gipfel. Durch die Hochebene gelangt man zum Gardetta-Pass auf den Spuren der Maultiere, die hier vor Zeiten ihre Route auch im Schlaf gefunden haben.

In unmittelbarer Nähe zu Frankreich fällt das Schlemmen hier nicht schwer. Die gesunde Bergluft macht Appetit auf all die bekömmlichen Leckereien, die diese herrliche Gegend zu bieten hat. Der Speiseplan ist reich an Beeren und Heilkräutern aus der Region, viele Holzbacköfen sind noch intakt. Die Küche geizt nicht mit herzhafter Kost. Zu gekochtem Rindfleisch wird eine Thunfischsoße serviert, Paprika mit Knoblauch angereichert. Die Ravioli bekommen eine Füllung aus Fonduta, Kurzgebratenes hat kaum eine Chance. Stattdessen werden die Fleischstücke oft für lange Zeit auf kleiner Flamme in Rotwein geschmort. Rohes Gemüse wie frische Anchovis wird kurz in einen Dip aus Öl und Knoblauch getaucht, der auf einem Stövchen brodelt. Zum Nachtisch gibt es Schokocreme oder Schokotrüffel, Torrone, Panna Cotta oder Pralinen mit Haselnüssen. Nach den ausgiebig genossenen Köstlichkeiten tut ein kleiner Spaziergang in die abenteuerliche Umgebung gut.


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