Wie erkennt man giftige Pilze?

Herbstzeit ist Pilzzeit

Es wird Herbst. Die heißen schwülen Tage sind vorüber und die stillen Wälder, die nun bald der farbenprächtigen Laubfärbung harren, locken unzählige Wanderer in jedem Jahr, zum Spazierengehen, Biken, Campen. Natürlich ist auch die Pilzzeit wieder da! Und zahlreche, der in den heimischen Wäldern auftretenden Pilzarten, sind überaus beliebte Speisepilze, wie der Champignon, die Marone, der inzwischen in Deutschland geschützte Steinpilz oder der Pfifferling, um hier nur einige wenige Arten zu nennen. Da ist die Verführung groß, um sich zu bücken und den ansehnlichen Fund, den man dort im Unterholz gemacht hat, zu pflücken und kurzerhand an sich zu nehmen. Verspricht er doch, klein geschnitten und mit Speck und mit Zwiebel in Butter gebraten, mit Salz und Pfeffer gewürzt und mit etwas frischer Petersilie bestreut, einen Genuss, der einen an die Zeiten der Kindheit zurück erinnert, als man an Vaters Hand im Walde Pilze gesucht hat.

Speisepilze und Giftpilze: Wie unterscheiden?

Allein mehr als 180 der bekannten Pilzarten können beim Menschen Vergiftungserscheinungen hervor rufen, die bis zum Tode führen können. Daher ist beim Sammeln von Pilzen in Wald und Flur stets allergrößte Vorsicht geboten. Selbst dann, wenn man sich für einen Pilzkenner hält! Nicht selten verstarben Menschen bereits durch versehentlich geerntete Giftpilze. Ferner ist dabei zu beachten, dass im Wald wachsende Pilze Schwermetalle und Radionukleide aufnehmen und in sich anreichern. Dies kann bis zu für den Menschen gesundheitsgefährdenden Anhäufungen dieser Substanzen im Pilzkörper führen. Wie erkennt man giftige Pilze? Wer im Wald gefundene Pilze zubereiten und essen möchte, sollte unbedingt die gängigen Speisepilze von den Giftpilzen unterscheiden können und nur diejenigen Exemplare mit sich nehmen, die er absolut zweifelsfrei identifizieren konnte. Dennoch gilt auch hier, dass selbst Speisepilze vor dem menschlichen Verzehr zunächst zu kochen oder zu braten sind, um Vergiftungserscheinungen oder Verdauungsbeschwerden vorzubeugen.
Pilze, die man nicht wirklich eindeutig identifizieren konnte, sollte man daher tunlichst stehen lassen.

Die Pilzberatung aufsuchen

Wie erkennt man giftige Pilze? Generell empfiehlt es sich, mit seinem Fund, sofern man ihn verzehren möchte und sofern es sich um größere Mengen handelt, vorbeugend eine Pilzberatungsstelle aufzusuchen. Es handelt sich dabei meist um kommunal finanzierte und allgemein öffentlich zugängliche Einrichtungen, in denen Pilzsammler ihre Funde einem fach- und sachkundigem Gutachter präsentieren können, die die Funde auf ernährungsphysiologische Unbedenklichkeit hin begutachten und auch entsprechende Empfehlungen abgeben können. Während der Pilzsaison, also von August bis November, schwerpunktmäßig jedoch in den Monaten September und Oktober, haben diese Pilzberatungsstellen an einigen Stunden, oft auch nur an den Wochenenden, tagsüber geöffnet. Mitunter auch nur sonntags oder montags zu ganz exakt definierten Zeiten. Oft stehen diese Pilzberatungsstellen unter der Aufsicht und Regie der jeweiligen kommunalen Gesundheitsämter oder sie werden von privaten und ehrenamtlich tätigen Pilzkundigen betreut. Wer nicht weiß, wo sich die jeweils zuständige Pilzberatungsstelle befindet, sollte also das Gesundheitsamt aufsuchen oder den nächsten Botanischen Garten.

Symptome einer Pilzvergiftung

Hat man jedoch unbekannte Pilze bereits verzehrt, so empfiehlt es sich, tunlichst auf Symptome einer Vergiftung zu achten. Dies sind in der Regel heftiges Erbrechen, wäßriger Durchfall, heftige Leibschmerzen und Krämpfe der Muskulatur. Ferner Sehstörungen, Schwitzen, verstärkter Tränen- und auch Speichelfluß. Beim Auftreten solcher Beschwerden, auch mehrere Stunden nach einer Pilzmahlzeit, sollte sofort die nächste erreichbare Notaufnahme aufgesucht werden.


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