Winterwandern in Seefeld

Wenn es um das Wandern geht, denken viele an die Jahreszeiten Frühjahr oder Sommer. Dabei bietet das Winterwandern eine besondere Alternative zum Skilaufen im Winter. Gerade in und um Seefeld laden über 140 Kilometer geräumte Winterwanderwege zu einem „Bummel“ durch die verschneite Natur ein. Mit Bummeln ist hier nicht die Geschwindigkeit gemeint. Ähnlich wie auf den Flaniermeilen in den sonnigen Gefilden, laden in Tirol verschneite oder vereiste Bäume, die in diesem Zustand an urige, glitzernde, Skulpturen erinnern können zum Staunen ein. Hier und da ein Tier, ansonsten nichts als Ruhe. Ruhe und Stille. Denn es wirkt tatsächlich, als wäre die Winterlandschaft in Watte gehüllt. Außer dem Knirschen des Schnees unter den Schuhen ist kaum etwas zu hören. Also, Entspannung pur! Allerdings gilt es bei einer Winterwanderung zu beachten, dass die Kleidung der Witterung angepasst werden muss. Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, nur die ausgeschilderten Wege zu nutzen. Die Lawinengefahr in dieser Gegend ist hoch.

Die Olympia Gegend Seefeld und Umgebung lockt im Winter selbst die Einheimischen auf das ungefähr 1200 Meter hohe Plateau des Karwendel. Skilanglauf, Abfahrt, Rodeln, Snowboard. Die Fans all dieser Sportarten kommen hier voll auf ihre Kosten. Trubel auf den Pisten ist vorprogrammiert. Aber, auch wer den Winterurlaub entspannt und, vielleicht, gerade um die Weihnachtszeit besinnlicher verbringen möchte, ist in Seefeld gut aufgehoben. Winterwanderungen in und um die Dörfer oder hinauf zu einer der Almhütten werden zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die für die Wanderungen geräumten Wege sind ausgeschildert und es gibt extra angefertigte Winterwanderkarten. Die Strecken sind unterschiedlich lang, mit unterschiedlichen Schweregraden, sodass jeder für sich entscheiden kann, wie sportlich er sich in seinem Winterurlaub betätigen möchte. Auf den Sonnenbänken lässt es sich prima verweilen, hier kann – wie der Name schon sagt – auch die Sonne in vollen Zügen genossen werden.

Außerdem laden viele Gaststuben und Hütten zur Einkehr ein. Dort genießt es sich, nach oder während eines Marsches durch die klare, kalte, Winterluft, hervorragend. Wem eine Wanderung durch die Dörfer und die Wälder nicht genügt und ein Aufstieg nicht zu anstrengend ist, kann eine oder mehrere der zahlreichen Almhütten ansteuern. Von dort aus hat es einen einmaligen Blick auf das Winterpanorama. In eine Decke gehüllt und von der Sonne verwöhnt entspannt es sich bestens in einer der zur Verfügung stehenden Liegen. Eine der Wanderungen im Winter sollte unbedingt zu der bekannten und beliebten Wildmoos-Alm gehen. Selbstgebackener Apfelstrudel und der Wirt sind ein Erlebnis! Wem die Strecke (Hin- und Rückweg) zu anstrengend ist, kann ein Tour, ganz romantisch, mit dem Pferdeschlitten absolvieren. Weiterhin beliebt und oft begangen ist der Winterwanderweg in Stans nach St. Georgenberg, einem alten Benediktinerkloster. Die Kirche und die Einkehr in die neben befindliche Gaststätte haben ihren besonderen Reiz. Nicht weit davon, mit gleichen Ausgangspunkt, befindet sich der Winterwanderweg nach Schloss Tratzberg. Hier wandert man ebenfalls sonnseitig am Fusse des Karwendel. Von Innerst aus geht es 4 Kilometer den Berg hinauf. Oben in der Weidener Hütte angekommen, die auch in den Wintermonaten geöffnet hat, lädt wiederum das winterliche Panorama zur Rast ein. Der Rückweg kann verkürzt werden, wenn Rodel oder Schlitten mitgenommen werden. Dies gilt übrigens für viele Wege, die zu den Almhütten führen. Ein besonderer Tipp ist die Wanderung auf die Muggenmoos-Alm. Ein sehr schöner, verträumter, Wanderweg führt von Ostbach in Leutasch an die sehr in der Sonne gelegenen, kleinen, Almhütte. Auch die Winterwanderung mit Schneeschuhen ist beliebt. Mit diesen können Wege ein wenig abseits der Räumung erkundet werden. Schneeschuhe können an vielen Stellen in und um Seefeld ausgeliehen werden.

Es sei auf die Kleidung ein besonderes Augenmerk gerichtet. Häufig denken Winterwanderer, dass sie sich, aufgrund der Kälte besonders dick anziehen müssten. Dies ist nicht unbedingt ratsam. Das Gehen im Schnee erweist sich als anstrengend und so kann es passieren, dass der Körper schnell schwitzt. Bei Minusgraden droht dann schnell eine Unterkühlung! Besser ist es, gerade, wenn die Tour länger wird, nur eine Lage mehr zu tragen, als normal und zusätzlich trockene Kleidung im Rucksack mitzuführen. Bewährt haben sich Strick- oder Fleecejacken, die sich schnell und unkompliziert wechseln lassen. Das Schuhwerk sollte einem über die Knöchel gehenden Wanderschuh angepasst und leicht gefüttert oder mit Einlagen versehen sein. Normale Halbschuhe schützen nicht genügend davor, dass kein Schnee in die Schuhe gerät. Echte Moonboots empfehlen sich hier nicht, weil es in jenen ebenfalls zu vermehrter Schweißbildung und daraus folgend zu kalten Füßen kommen kann. Und wer will schon Ersatzschuhe mitschleppen? Auch Skihosen können sich als zu warm erweisen. Eine Skikleidung empfiehlt sich dann, wenn die Strecke gesichert nicht anstrengend ist oder ab – 10 Grad Außentemperatur. Wasserabweisende Hosen, die unten einen Gummizug besitzen, sind für eine Winterwanderung am besten geeignet, da dieser zusätzlich das Eindringen von Schnee in die Schuhe verhindern kann. Ansonsten können Gamaschen helfen, die über das Schuhwerk gezogen werden.

Des Weiteren gilt auch für das Winterwandern: Möglichst zu dritt, aber mindestens zu zweit wandern! Somit ist sichergestellt, dass ein Herbeiholen von Hilfe gewährleistet werden kann. Erschöpfung, ein Unfall oder oben erwähnte Unterkühlung können es notwendig machen, dass mehrere Personen anwesend sind. So kann einer beim Patienten bleiben, der andere Hilfe holen. Außerdem sollte gerade bei einer Winterwanderung darauf geachtet werden, die vorgegebenen Routen nicht zu verlassen und keine Wege auf eigene Faust zu erkunden. Selbst, wer seinen Sommerurlaub schon wandernd in der Region verbracht hat, kann ein böses Erwachen erleben, wenn sich die eigentlich bekannte Strecke als zu anstrengend erweist, durch den Schnee, oder festgestellt wird, dass sich Verlaufen wurde. Durch den Schnee sieht alles irgendwie gleich aus und Punkte, an denen sich im Sommer orientiert wurde können nicht mehr auffindbar sein. Und, wie bei allen Wintersportanarten in den Bergen ist die Lawinengefahr nicht zu unterschätzen. Schneller als gedacht ist ein Schneebrett losgetreten und die Tragödie nimmt ihren Lauf. Kurz nochmal zurück zum Rucksack: Es ist immer gut zu essen und zu trinken dabei zu haben. Wenig ratsam ist es jedoch, den heißen Tee mit Alkohol aufzupeppen. Wenn auch im ersten Moment Körper und Seele sich gewärmt fühlen, unter Alkoholeinfluss kühlt der Körper schneller aus. Gemein daran ist, dass es dem Wanderer nicht auffällt. Somit steigt die Gefahr einer Erkrankung oder Verletzung um ein Vielfaches! Wer die Sonne auf den Almen genießen möchte sollte eine Sonnenbrille in Erwägung ziehen.


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